
29.04.2026
Sehr geehrte Patienten in der gesetzlichen Krankenversicherung
Bedauerlicherweise hat die Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) und die derzeitige Bundesregierung (CDU und SPD) gestern eine erhebliche Einschränkung der Finanzierung Ihrer Arzttermine beschlossen.
Dies führt in Facharztpraxen zu einem deutlich reduzierten Terminangebot in der Sprechstunde.
Konkret wird die Vergütung für zusätzliche Termine im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes in den Facharztpraxen ersatzlos gestrichen, was einen erheblichen Teil der Kassensprechstunde querfinanzierte.
Diese Vergütung hatte bislang ermöglicht, dass wir zusätzliche Termine und insbesondere kurzfristige Behandlungen überhaupt anbieten konnten.
In den vergangenen Wochen haben wir uns als Fachärzte lautstark gegen dieses Vorhaben gewehrt, wurden jedoch ignoriert.
Wir haben gewarnt, dass die Bereitstellung kurzfristiger Behandlungskapazitäten notwendig ist und sich bei Wegfall die Versorgung verschlechtert.
Ich möchte ausdrücklich betonen, dass die Verantwortung nicht bei uns, sondern bei den politischen Entscheidern liegt.
Wir passen derzeit mit einem sehr unguten Gefühl im Bauch die Terminstruktur an die neuen Regularien an und weisen darauf hin, in Zukunft Termine sehr weit im Voraus rechtzeitig zu planen. Insbesondere bitten wir Sie unbedingt um das Erscheinen bei Ihren Terminen. Spontane Verlegungen werden nämlich nicht mehr möglich sein.
Insbesondere chronisch erkrankte, sollten in ihrem Jahresplan notwendige Arztkontrollen rechtzeitig organisieren.
Um unserer medizinischen Verantwortung gerecht zu werden, wird die schwere der Diagnose und Notwendigkeit einer fachärztlichen Sichtung entscheiden, ob wir Ihnen einen Termin anbieten dürfen. Andere Anliegen, welche nicht unbedingt eine fachärztliche Sichtung benötigen, können in Zukunft von uns nicht mehr zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung versorgt werden.
Ich bedauere diese Entwicklung zutiefst und bemühe mich weiter um eine gute neurologische Versorgung in dieser schwierigen Zeit.
Ich möchte Sie ermuntern, diese Entwicklungen auch kritisch zu hinterfragen und im Bekanntenkreis zu diskutieren!
